Ich halte es jedoch auch für wichtig, dieser Sichtweise, die vom Defizit ausgeht, eine positive Vision an die Seite zu stellen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Gesundheit umschrieben als einen "Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens … und nicht allein das Fehlen von Krankheiten und Gebrechen". Manchem mag dies als unrealistisch und zu optimistisch erscheinen und andere vermuten, dass in einem Zustand der Vollkommenheit jeder Anreiz zu Entwicklung und Wachstum erstirbt. Jede bewältigte Krise enthält bekanntlich auch eine Chance.
Mir erscheint es jedenfalls hilfreich, neben dem Mangel (= das, was nicht mehr sein soll) den vorgestellten positiven Zustand (= das, was stattdessen sein soll) zu beschreiben und anzustreben. Therapeutische Arbeit besteht dann u. a. darin, die Hindernisse auf diesem Weg zu erkennen, den eigenen Anteil darin zu erforschen und andere Erlebens-, Sicht- und Verhaltensweisen auszuprobieren.
Als Entscheidungshilfe finden Sie unten eine Liste von Fragen, mit der Sie klären können, ob für Sie psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll ist. Wenn Sie viele dieser Fragen mit Ja beantworten, scheint es mir sinnvoll, dass Sie sich Hilfe holen.